Wasch mich, aber mach mich nicht nass!

Wasch mich, aber mach mich nicht nass!

In diesem Denkbrief widme ich mich zwei Phänomenen, die besonders für die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel bedeutsam sind: Jahresziele und der Harmonie-Wunsch.

 

Harmonie und Streit?

Weihnachten, das Fest der Liebe und der hohen Erwartungen. Das ganze Jahr über freuen wir uns auf ein schönes Miteinander, was ich als „Harmonie-Wunsch-Symptom“ bezeichne. Psychologisch gesehen ist Zufriedenheit der Vergleich von Ist und Soll. Übertragen auf die Feiertage bedeutet dies, das Soll lautet Harmonie und das Ist kann Streit, Disharmonie und Stress sein.

 

Mein Feiertagstipp:

Planen Sie daher Konflikte ein, reframen Sie Streit als die intensivste Begegnung, die zwei Menschen miteinander haben können.

 

Streit liegt meist ein Gefühl von nicht gesehen, nicht gehört oder nicht verstanden zu Grunde. Solange Du nicht anfängst, bleibe ich auch stehen. Wer streitet, dem liegt etwas am anderen. Suchen wir nach Gemeinsamkeiten, Schau den anderen an, das gilt in der Zusammenarbeit ebenso wie im Zusammenleben; Doch wer gesehen wird ist zufriedener und leistet mehr. Eine intensive Fragestellung, die ich Paaren und Geschäftspartnern anbiete, ist, „Was kann ich nicht, weil es Dich gibt?“ Zusammen sein bedeutet auch immer auf etwas anderes zu verzichten. Alleine die Versöhnung mit diesen Aspekten schafft Raum für neue Begegnungen. Ändern können und sollten wir uns immer nur selbst.

Gute Vorsätze umsetzen

Trotz guten Willens und zahlreicher Techniken ist die Wahrscheinlichkeit, gute Vorsätze auch konsequent umzusetzen recht gering. Mit der „Wasch-Formel“ möchte ich Ihnen ein Modell anbieten, was die Chance der Realisierung erhöht.

Jahrelang gingen wir fälschlicherweise davon aus, Ziele müssten positiv sein und nur der Fokus auf den angestrebten Zustand bringe uns diesem näher. Eine aktuelle Studie dazu zeigt hingegen, dass ein positives Bild zwar nützlich ist, damit wir dieses visualisieren können, doch es fehlt die Energie, die es zur Umsetzung braucht. Als abhängige Variable wurde der systolische Blutdruck herangezogen, der steigt, wenn eine Aktivität ansteht, um den Organismus auf starke Leistung einzustellen. Das brauchen wir, um Gedanken auch in Handlungen umzusetzen. Eine Versuchsgruppe wurde gebeten, sich den Zielzustand absolut positiv auszumalen. Eine zweite Gruppe wurde zusätzlich animiert, sich die möglichen Probleme auf dem Weg dorthin zu betrachten.
Bei der zweiten Gruppe stieg der systolische Blutdruck (also der „Umsetzungsaktivierer“) signifikant, wohingegen er bei der ersten Gruppe sogar absank.

Das bedeutet für Ihre Zielsetzungen, neben den positiven Aspekten ganz bewusst die Hürden einzubauen, damit auch Ihr aktivierender Blutdruck ansteigt. Das gilt im übrigen auch, wenn Sie mit Mitarbeitenden Jahresziele verabreden. Zum einfachen Umsetzen habe ich daher die WASCH-Formel© entwickelt:

 

  1. Wunsch: Was genau wollen Sie erreichen? Welches Ziel verfolgen Sie?
  2. Auswirkung: Welche Auswirkungen sind damit verbunden? Was kann passieren?
  3. Steine: Was erschwert möglicherweise die Umsetzung? Was behindert?
  4. Chuzpe: Welche charmante Penetranz kann helfen, nicht vom Weg abzukommen?
  5. Handlungsplan: Wie genau können Sie mit Steinen und Widerständen (äußere und innere) umgehen

 

Schreiben Sie die Antworten auf und machen Sie am besten auch gleich einen Termin zur Überprüfung des Fortschritts.

 

Entwicklung ist kein Trockenshampoo. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“, verändert nicht.

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